Personalwissen im Faktencheck: verschachteltes Üben

Hier hinterfragen wir Personalwissen aus den Bereichen Personalentwicklung und Führung. Im fünften Teil geht es heute um das verschachtelte Üben, auch bekannt als „interleaved practice“. Im Allgemeinen wird beim Üben oder Lernen eine Technik eingesetzt, die man als „blockweises Üben“ beschreiben kann. Die Idee ist, dass man sich durch eine Kurssequenz bewegt, ein bestimmtes Thema oder eine Fähigkeit lernt und dann unmittelbar danach genau deren Anwendung auch übt. Nun postuliert verschachteltes Üben einen alternativen Ansatz: Problemstellungen aus einem bestimmten Kurs werden neu arrangiert oder sogar mit Aufgaben aus anderen Kursen und Trainings vermischt. Wenn Sie beispielsweise drei verschiedene Themen A, B und C erlernen möchten, könnte eine Reihe von Übungseinheiten für diese z.B. wie ABC-ACC-BCA-BBC aussehen.

Was meinen Sie: Ist das falsch oder richtig?

Beim verschachtelten Üben werden die Übungen zu verschiedenen Lernstoffen immer wieder miteinander abgewechselt
Beispiel für verschachtelte Übungsblöcke

Unser Personalwissen zum Thema verschachteltes Üben: richtig!

Verschachteltes Üben hat zu erheblichen Verbesserungen beim Lernen in einer Vielzahl von Fächern geführt. In einer Studie von Mathematikschülern der 7. Klasse haben diejenigen, die das verschachtelte Üben praktizierten, im Gegensatz zum traditionellen Üben bei Tests 34% mehr Punkte erzielt. Diese Form des Übens hat auch Basketballspielern geholfen, die Art und Weise zu verbessern, wie sie verschiedene Arten von Schüssen herstellen.

Das sagt die Forschung zum Thema verschachteltes Üben (interleaved practice)

Es gibt verschiedene Theorien darüber, warum verschachteltes Üben so gut funktioniert. Eine populäre Theorie postuliert, dass die Verschachtelung die Fähigkeit des Gehirns verbessert, zwischen Konzepten zu unterscheiden. Wenn viele Probleme desselben Typs in einen Topf geworfen werden (wie es ein typischer Ansatz für die Praxis ist), ist es einfach, den gleichen Lösungsansatz gewohnheitsmäßig zu verwenden. Statt dem Problem auf den Grund zu gehen und anhand von Merkmale die jeweils passende Lösungsstrategie zu erarbeiten, verfährt man nach Schema F. Der Verschachtelungseffekt hingegen zwingt den Lernenden, gründlich darüber nachzudenken, welche spezielle Problemlösungstechnik eingesetzt werden soll.

Eine zweite Erklärung geht davon aus, dass die Verschachtelung die Gedächtnisassoziationen stärkt. Wenn Sie an einer einzigen Art von Problem arbeiten, brauchen Sie die Strategie nur einmal in das Kurzzeitgedächtnis zu holen. Bei der Verschachtelung sind Sie gezwungen, bei jedem Wechsel der Problemstellung eine neue Strategie abzurufen. Die Notwendigkeit, die Lösung mehrmals im Kurzzeitgedächtnis abzurufen, kann die neuronalen Verbindungen zwischen verschiedenen Problemen und Lösungen verstärken und so das langfristige Lernen verbessern.

Verschachteltes Üben zählt also zu den PERSONALgeWISSheitEN, die man unbedingt ausprobieren sollte. Auch in Workshops und Seminaren für Führungskräfte, wie wir das mit unseren Lernpfaden und -Reisen tun. Was meinen Sie dazu? Zögern Sie nicht, diesen Beitrag zu kommentieren. Wir freuen uns auf Ihre Gedanken/Argumente/Meinungen zu diesem Thema!